LA ESTANZUELA

INIA EstanzuelaDie "La Estanzuela" feiert 100-jähriges Jubiläum

Die in „La Estanzuela" durchgeführten Forschungen sind von entscheidender Bedeutung für die Gestaltung der Bodennutzung und des Grundeigentums.

Der amtierende Minister für Viehwirtschaft, Pflanzenbau und Fischfang, Enzo Benech, erklärte, dass die in der Versuchsstation La Estanzuela entstandenen Studien von grundlegender Bedeutung für die Einführung von Programmen zu Bodennutzung und Bodenmanagement sowie hinsichtlich der Besitzverhältnisse auf dem Lande, zur genetischen Verbesserung und für Tiergesundheit in Uruguay gewesen seien. Wissenschaftliche Erkenntnisse seien durch Arbeit in der Landwirtschaft zu ergänzen.

In der Versuchsstation La Estanzuela des Uruguayischen Agrarforschungsinstituts INIA (Instituto Nacional de Investigación Agropecuaria), bei Kilometer 50 der Staatsstraße 11, fanden dieses Jahr verschiedene Veranstaltungen zur Hundertjahrfeier der Station statt. In diesem Zusammenhang unterstrich Benech am Donnerstag, dem 24. April, das große Engagement des wissenschaftlich-technischen Personals, der in der Verwaltung und auf dem Lande arbeitenden Angestellten sowie des Lehrkörpers der Institution.

„Damit die Station als Vorbild dienen kann, bedarf es eines engen Verbindung zwischen den ‚klugen Köpfen' und den Armen derer, die die Aufgaben ausführen", betonte er.

Während seiner Rede führte der Ressortleiter verschiedene Beispiele von Studien aus La Estanzuela an, die später von der Politik dazu verwendet wurden, Programme für Management und Nutzung des Bodens, zu den Besitzverhältnissen auf dem Lande und zur genetischen Verbesserung von Anbaupflanzen einzuführen.

Letzteres betraf insbesondere Weizen, das „Flaggschiff" dieser Station.

„In Uruguay werden zurzeit auf anderthalb Millionen Hektar Land Sojapflanzen angebaut. Daher ist es von großer Bedeutung, Kontrolle über die Verwendung des Bodens zu besitzen, denn andernfalls würden jährlich ca. 11.000 Hektar wegen falscher Nutzung der Bodenerosion zum Opfer fallen", sagte Benech.

Er gab auch zu bedenken, dass die in Forschung investierten Mittel sich sehr wohl auszahlen. Man schätze, dass jeder investierte Peso einen Nutzen von 20 Pesos generiert, „und das müssen sich die Vertreter des Staates, der Verbände, der Bildungsanstalten und die privaten Akteure einmal sehr deutlich vor Augen führen".

Die Ziele des INIA beinhalten Forschungen zur Verbesserung der Wassernutzung und des Bewässerungssystems, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Tiergesundheit, fügte der Staatssekretär des Ministeriums hinzu, der heute diesem Ministerium aufgrund des krankheitsbedingten Urlaubs von Minister Tabaré Aguerre vorsteht.

„Durch eine langfristig ausgerichtete Politik des Staates und das Engagement aller ist diese Institution beispielhaft geworden auf dem Gebiet der Forschung und Innovation, die wertvolle Produkte und Technologien hervorbringen und uns so eine größere Wettbewerbsfähigkeit und Zugang zum Markt verschaffen. Das ist der entscheidende Punkt bei der Forschungsarbeit, die hier geleistet wird", führte er weiter aus.

Bei der Feier am vergangenen Donnerstag ergriffen auch der regionale Leiter von INIA La Estanzuela, Enrique Fernández, die Ministerin für Landwirtschaftliche Entwicklung und Boden von Bolivien, Nemesia Achacollo, und der Vorstandsvorsitzende von INIA, Álvaro Roel, das Wort.

"La Estanzuela"

Diese Station in der Nähe der Stadt Colonia del Sacramento wurde 1914 von Alberto Boerger gegründet und von ihm auch bis 1957 geleitet. Boerger war ein Agrarwissenschaftler aus Deutschland, der von der uruguayischen Regierung mit der Aufgabe betraut worden war, eine Institution für Pflanzenzüchtung ins Leben zu rufen.

Nach einer Reihe von Umstrukturierungen in den 60er Jahren und der Schaffung des Zentrums für Forschungen auf dem Gebiet des Pflanzenbaus wurden die Aufgaben des Instituts auf Fragen der Tierhaltung ausgedehnt und seine Organisation, Infrastruktur und personellen Ressourcen weiter ausgebaut.

1989 wurde La Estanzuela zu einem Teil des INIA und hieß von da an INIA La Estanzuela, Versuchsstation „Dr. Alberto Boerger".

Heute ist sie eine von fünf Versuchsstationen im Netzwerk regionaler Zentren des INIA. Dort arbeiten 200 Fachkräfte, von denen die meisten ein Postgraduiertenstudium im Ausland absolviert haben. Insgesamt sind dort mehr als 550 Personen als Verwaltungsangestellte, Spezialisten, Hilfspersonal und landwirtschaftliche Arbeitskräfte beschäftigt.

Das Zentrum verfügt über 1.300 Hektar Land, von denen rund 50 Prozent für Pflanzenkulturen, 40 Prozent für die Viehhaltung und die übrigen 10 Prozent als Versuchsflächen genutzt werden. Es werden vor allem Programme für den Pflanzenanbau auf nicht bewässerten Flächen sowie von Mais, Weizen, Sorghum, Gerste und anderen Pflanzenarten entwickelt.

Zusätzlich realisiert das Zentrum Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit den Programmen für Weideland sowie für Fleisch- und Milchvieh. Es betreibt unter anderem Laboratorien für Böden, Tiernahrung, Pflanzenschutz und für Getreide- und Milchqualität. Diese Laboratorien unterstützen sowohl die Station selbst wie auch die übrigen Stationen im Land, ebenso wie die Erzeuger und die privaten und staatlichen Institutionen.

Das Zentrum hat mit Erzeugerverbänden und Institutionen im In- und Ausland wichtige Abkommen abgeschlossen, um seine Forschungsarbeit noch stärker zu fördern und weiterzuentwickeln.