Uruguay ist auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien Vorreiter für eine ganze Region

Seit dem Deutschlandbesuch des uruguayischen Staatspräsidenten José Mujica im Jahre 2011 haben Uruguay und seine Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien immer stärker das Interesse deutscher Investoren auf sich gezogen. Diese Meinung vertrat beispielsweise Simon Erhard, Projektmanager bei KfW Entwicklungsbank. Erhard sagte der uruguayischen Zeitung Búsqueda im März 2013 in einem Interview, Uruguay besitze eine „sehr kohärente Strategie“ zur Entwicklung der erneuerbaren Energien, die es zu einem „einzigartigen“ Fall in der Region mache, und das Engagement aller politischen Akteure werde zweifellos dazu beitragen, dass das ehrgeizige Ziel, bis zum Jahre 2015 über 1.000 Megawatt installierte Leistung zu verfügen, auch tatsächlich erreicht wird.

Von der KfW Entwicklungsbank finanzierte uruguayische Projekte. Die KfW Entwicklungsbank finanziert Investitionen, die zur Verbesserung der Energieeffizienz, zur vermehrten Nutzung erneuerbarer Energien und zur Bekämp-fung und Abmilderung der Folgen des Klimawandels beitragen. Beeindruckt vom Niveau der Planung und Weitsicht bei der Umsetzung der uruguayischen Energiestrategie, schloss die Bank einen Vertrag mit der staatlichen uruguayischen Stromgesellschaft UTE, in dem sie sich verpflichtet, 70 Millionen US-Dollar zu einem Projekt in Punta del Tigre beizusteuern. Darüber hinaus plant sie Investitionen in Windparks.
Nach Erhard sind in Uruguay alle Bedingungen, die eine Investition sinnvoll machen, auch tatsächlich vorhanden. So ist beispielsweise ein Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk als Rückhalt für die Stromversorgung aus Windenergie geplant, was der Gesamtstrategie zusätzliche Überzeugungskraft verleiht.

Uruguay und die umgebende Region. Uruguay nimmt aufgrund der von ihm verfolgten Strategie zur Verbesserung seines Energiemixes und der Stringenz bei deren Ausführung innerhalb seiner Region eine einzigartige Stellung ein. Das Kombikraftwerk, das dem Land einen wichtigen Rückhalt bieten wird, ist bereits geplant, seine Finanzierung ist gesichert und der Baubeginn steht unmittelbar bevor. Die Anlage zur Rückverwandlung verflüssigten Erdgases in den gasförmigen Zustand wird ebenfalls eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielen. Bei den Anlagen zur Erzeugung von Windenergie hat die Umsetzung bereits begonnen, und weltweit angesehene Unternehmen engagieren sich bei diesen Projekten.

Beteiligung deutscher Unternehmen. Mehrere deutsche Unternehmen sind in die angesprochene Entwicklung involviert. An fast allen Projekten hat deutsches Ingenieurwissen einen Anteil, entweder in Form von technischem Gerät oder durch Patente. Bei der Messung der Windgeschwindigkeit werden deutsche Präzisionsinstrumente verwendet, an diesen Vorhaben arbeiten Entwickler, die das Vertrauen der Finanzwelt genießen und man verfügt über Finanzierung durch die DEG, einem Institut der KfW-Gruppe, dessen Aufgabe in der direkten Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft von Entwicklungsländern besteht. Uruguay ist für deutsche Investoren besonders interessant, weil das Niveau der öffentlichen Sicherheit im Vergleich zu anderen Ländern der Region sehr hoch ist und man dort über eine gute Regierungsführung sowie ein in sich schlüssiges Regelwerk verfügt.

Preise. Nach Erhards Aussage legen die in Uruguay für erneuerbare Energien gezahlten Preise den Schluss nahe, diese würden in Zukunft etwa auf dem Preisniveau fossiler Energieträger liegen. Die von UTE mit den Projektentwicklern geschlossen Verträge machen es möglich, dass die Windenergie für den Stromversorger UTE billiger wird als die variablen Kosten seines eigenen Kombikraftwerks. Wir haben es mithin mit einem der günstigsten Preise für Windstrom weltweit zu tun.