DEUTSCHER SPEZIALIST LOBT URUGUAYISCHE CHIRURGIE

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Thorsten Gehrke, ein deutscher Chirurg im Bereich der Orthopädie, warnt besonders vor technischen Errungenschaften in der Medizin die noch in den Kinderschuhen stecken. Er ersetzt Hüft- und Kniegelenke und genießt auf der ganzen Welt hohes Ansehen für seine Arbeit. Letzten Freitag und Samstag gab er eine Lehrveranstaltung in "el Banco de Prótesis" (Prothesenbank) in Montevideo an denen 20 Lateinamerikanische Ärzte teilnahmen.

Thorsten Gehrke ist Chefarzt und Ärztlicher Direktor in der Helios Klinik in Hamburg, der größten und renommiersten Klinik für Orthopädische Chirurgie der Welt in der jährlich 9000 chirurgische Eingriffe vorgenommen werden.

2004 besuchte er zum ersten mal Uruguay als Turist, reiste von Punta del Este an der Küste entlang und verliebte sich in die Punta del Diablo. Irgendwann einmal nach Uruguay zu ziehen ist ein Gedanke, den er nicht ausschließt.

2008 lernte er dann auf einen Kongress Fernando Motta kennen. Um mit dem uruguayischen Traumatologen operieren zu können und die Arbeitsweisen der Banco de Prótesis besser kenen zu lernen reiste er schließlich 2010 explizit deswegen nochmal nach Montevideo. Er zeigte sich erfreulich beeindruckt von seiner Erfahrung am operationstisch. "Sie arbeiten genauso wie wir in Hamburg und ihre Ergebnisse sind unseren Ergebnisssen sehr ähnlich," sagte der Arzt gegenüber "El País".

In Deutschland hat jeder Bürger dank der Gesetzlichen Krankenversicherung Zugang zur Helios Klinik. "Wir operieren einen Großunternehmer oder Politiker auf die gleiche Weise und an der gleichen Stelle wie einen Obdachlosen," betonte er. "El banco de Protesis" ist eine non- profit organisation die zum Teil staatlich gefördert wird und deren Kosten für diejenigen vom Staat getragen werden, die sich die Leistungen nicht selber zahlen können. 1972 wurde die Einrichtung in Montevideo gegründet und 1988 vom Staat als Einrichtung nationalen Interesses anerkannt. Beide Einrichtungen gehören zu den renommiertesten der Welt und stehen allen Schichten der Bevölkerung offen.

Gehrke führt jährlich um die 600 Operationen durch und schaut stets kritisch auf Veränderungen und Innovationen in seinem Fachgebiet. Er meint das die Methoden die heute angewendet werden fast die gleichen sind die schon vor Jahrzehnten verwendet wurden.

"Die Knie- und Hüftgelenksimplantate wurden vor ca. 40 Jahren entworfen und haben bis heute Gültigkeit. Es wurden lediglich einige Verbesserungen vorgenommen aber keine wesentlichen Veränderungen", betonte er. Der Spezialist ist kein Befürworter von "experimenten" und stützt seine Haltung mit dem Wohlergehen und der Sicherheit des Patienten die jeder vor sich halten sollte. Er berichtete dass das Durchschnitsalter der Personen die sich einer Knieoperation unterziehen in der ein Knieimplantat eingesetzt wird bei 63 liegt und das alter vor ein para Jahrzehnten noch bei 70 lag. In Uruguay liegt das Durchschnittsalter für so eine Operation bei 69.

"Heute legen sich jüngere Menschen dafür unter das Messer", sagte er und betonte dabei das die Hauptgründe Übergewicht, schlechte Ernährung und Bewegungsarmut ist. Die heutigen Implantate haben eine Lebensdauer von ca.  25 bis 30 Jahren", betonte er.

Gehrke hält insbesondere viel auf die Koordination, Organisation und den hohen medizinischen Standards des Banco de Protesis. Das fiel ihm von Anfang an ins Auge.