WANDERUNGSBEWEGUNGEN UND HERAUSFORDERUNGEN

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Die EU-Lateinamerika/Karibik-Stiftung, das Instituto Cervantes, das Italienische Kulturinstitut und das Generalkonsulat Uruguays in Hamburg haben zusammen einen Vortragsabend mit anschließendem Gedankenaustausch veranstaltet, für den sie den Botschafter Uruguays in Deutschland, Herrn Alberto Guani, als Hauptredner gewinnen konnten. Thema des Vortrags war die italienische Einwanderung nach Uruguay, die im Lichte des Buchs „La Patria italiana“ | „Vaterland Italien“, von Dr. Alberto Guani behandelt wurde, dem Großvater des gegenwärtigen Botschafters und einstigem Außenminister Uruguays.

Die Veranstaltung fand in einem Saal des Instituto Cervantes in Hamburg statt. Dieses befindet sich im Chilehaus, das von der Unesco zur Welterbestätte erklärt worden ist, und zwar während derselben Bonner Sitzung im Juli 2015, auf der auch die Industrie- und Kulturlandschaft von Fray Bentos diese Auszeichnung erhielt.

Botschafter Guani vermittelte einen Überblick über die italienische (und europäische) Einwanderung nach Uruguay, indem er sich auf das Beispiel seiner eigenen Familie bezog und die Erwartungen, Träume und Sitten der ersten Einwanderer beschrieb, die in unser Land kamen, und die die Verbindung zu ihren europäischen Ursprungsländern über viele Jahre hinweg aufrechterhielten. Dies bot Anlass zu Überlegungen über die wechselseitige Bereicherung und über die Chancen, die durch solche Wanderungen sowohl für das Ursprungs- wie auch für das Zielland entstehen, sogar in solchen Fällen, wie sie gegenwärtig auf der internationalen Agenda beim Thema der besonders und unmittelbar Europa betreffenden Wanderungsbewegungen zu trauriger Berühmtheit gekommen sind.

Danach ergab sich ein interessanter Meinungsaustausch über die Verschiedenheiten zwischen den Wanderungsströmen in Europa einerseits und in Lateinamerika und der Karibik andererseits, als jeweilige Antworten auf unterschiedliche politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situationen, aber auch über die besondere Bedeutung des Begriffs der „doppelten Staatsbürgerschaft“, der besonders bei lateinamerikanischen Ländern mit historischen Wurzeln in Europa immer seine Geltung behält.

Der Abend bot der Geschäftsführenden Direktorin der EU-LAK-Stiftung auch Gelegenheit, die Veranstaltung „Lateinamerika-Herbst in Hamburg“ vorzustellen, die von Ende September bis Mitte Dezember 2017 in Hamburg stattfindet und die sich eben gerade mit dem Thema „Migranten und Reisende“ beschäftigen wird.