STAATSBESUCH IM BMEL

Schmidt empfängt uruguayischen Staatspräsidenten

Am 8. Februar begrüßte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt eine hochrangige Delegation aus Uruguay. Mit seinem Amtskollegen Tabaré Aguerre vereinbarte er eine enge Zusammenarbeit im Bereich Bioökonomie.

Uruguay Staatsbesuch1

Minister Schmidt zeigte sich geehrt, Staatspräsident Tabaré Vázquez, Landwirtschaftsminister Tabaré Aguerre sowie fünf weitere Ministerinnen und Minister des uruguayischen Kabinetts in seinem Haus empfangen zu dürfen. Er verwies auf die langjährige Partnerschaft und tiefe, tragfähige Freundschaft zwischen Uruguay und Deutschland. Dabei sei die Zusammenarbeit im Bereich Ernährung und Landwirtschaft von herausragender Bedeutung, so der Minister.

Während des Besuchs unterzeichneten Minister Schmidt und sein uruguayischer Amtskollege eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich Bioökonomie. Damit soll der zunehmenden Bedeutung der Bioökonomie, insbesondere der Nutzung nachwachsender Rohstoffe in beiden Ländern Rechnung getragen werden.

Die Vernetzung, der Erfahrungsaustausch sowie die wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit zwischen Uruguay und Deutschland bergen ein großes Potenzial für die Gestaltung einer nachhaltigen Bioökonomie.

"Ich freue mich, dass wir heute fortsetzen, was wir im Rahmen meines Besuchs im August 2015 in Uruguay begonnen haben, und ich bin zuversichtlich, dass unsere bilateralen Beziehungen durch die heutige Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Bioökonomie noch einmal gefestigt werden", sagte Minister Schmidt und führte aus: "Eine nachhaltige Bioökonomie leistet einen wichtigen Beitrag zu einer wirtschaftlich starken Land- und Forstwirtschaft, zu einer nachhaltigen ländlichen Entwicklung und zur Bekämpfung des Klimawandels. Ich freue mich deswegen auch, dass unsere beiden Länder diese wichtigen Zukunftsaufgaben gemeinsam anpacken."

Uruguay Biooekonomie-Erklaerung2

Die Landwirtschaft ist ein herausragender Wirtschaftszweig in Uruguay. Sie produziert Lebensmittel für 28 Millionen Menschen, das entspricht dem Achtfachen der uruguayischen Bevölkerung (3,4 Millionen). Folglich ist Uruguay ein großer Agrarexporteur, rund 75 Prozent des Exports entfallen auf Agrargüter.

Die uruguayische Landwirtschaft wurde strategisch auf die Erwartungen der europäischen Verbraucher ausgerichtet. Das bildet auch die Grundlage der guten bilateralen Zusammenarbeit mit Deutschland. Bei seinem Besuch 2015 in Uruguay konnte Minister Schmidt sich davon überzeugen, dass nachhaltige Produktion, hohe Standards und Transparenz in der Wertschöpfungskette klare Prioritäten der uruguayischen Agrarpolitik sind. Beispielhaft sei die Gesetzgebung zum Bodenschutz, so der Minister. Seit dem vergangenen Jahr nimmt sich eine eigens gegründete gemeinsame deutsch-uruguayische Arbeitsgruppe der aktuellen Themen an.

Bisher liegt der Schwerpunkt der Kooperation auf der Rückverfolgbarkeit und Sicherheit bei Lebens- und Futtermitteln, der Pflanzenzüchtung und dem Pflanzenschutz sowie dem Thema Forst und Naturwald. Zum Thema Lebens- und Futtermittelsicherheit plant das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) noch in diesem Jahr eine Summer School in Uruguay. Das Julius-Kühn-Institut (JKI) und sein uruguayisches Partnerinstitut INIA weiten ihre Zusammenarbeit auf die Bereiche Boden und neue Züchtungstechnologien aus.

Dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist außerdem an einer intensiveren Kooperation beider Staaten im Bereich Tierschutz gelegen.