TREFFEN PRÄSIDENT VÁZQUEZ - BUNDESKANZLERIN MERKEL

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Uruguay verstärkt die strategische Verbindung mit Deutschland bei der Zusammenarbeit und der Werbung um Investitionen im Infrastrukturbereich

„Deutschland kann in Uruguay einen verlässlichen Partner finden, der sich durch Stabilität und größte Achtung für Vereinbarungen und Institutionen auszeichnet“ und der sich “traditionell für gemeinschaftliche Lösungen einsetzt“, sagte Staatspräsident Tabaré Vázquez in Berlin bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel. Diese wies ihrerseits darauf hin, dass ihr Land am uruguayischen Infrastrukturprogramm, insbesondere im Eisenbahnbereich, teilnehmen könne. Diesbezüglich wird noch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung erwartet.

„Uruguay ist dabei, ein Investitionsprogramm zu entwerfen, an dem Deutschland sich beteiligen könnte, vor allem an den Arbeiten für die Bahninfrastruktur“, sagte Merkel auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Vázquez, die am 8. Februar nach dem Gespräch beider Politiker im Bundeskanzleramt stattfand.

Die deutsche Kanzlerin sagte, beide Länder würden „eine Absichtserklärung für den Eisenbahnbereich unterschreiben“. Im Rahmen der bilateralen Beziehungen zeigte das europäische Land auch daran Interesse, in die Entwicklung der erneuerbaren Energien zu investieren, besonders in Windparks, bei denen Uruguay eine herausgehobene Stellung in der Welt einnimmt.

„Für Uruguay haben die Beziehungen zu Deutschland einen strategischen und multifunktionalen Charakter“, äußerte Präsident Vázquez seinerseits bei diesem Treffen. Seine zusammen mit anderen leitenden Persönlichkeiten und Unternehmern unternommene Reise führt das uruguayische Staatsoberhaupt auch nach Finnland und Russland.

Vázquez unterstrich die Tatsache, dass beide Länder seit bereits 160 Jahren diplomatische Beziehungen zueinander unterhalten und berichtete, bei dem Treffen mit Merkel seien auch „Themen der Politik, des Handels, der erneuerbaren Energien, des Klimawandels, der Innovation, der Wissenschaft, der Technik und der intelligenten Agrarproduktion“ angesprochen worden.

„Wir haben uns dazu verpflichtet, uns weiterhin für die Verhandlungen zum Abschluss eines Abkommens zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union einzusetzen“, betonte er.

„Wir sind beide der Meinung, dass noch Raum für ein weiteres Wachstum unseres Handels vorhanden ist“, unterstrich der Präsident, und fügte hinzu: „Uruguay hat sich in seiner Geschichte stets für die Beseitigung von Schranken und Handelshemmnissen eingesetzt, die den freien Güterverkehr behindern.“

Vázquez vertrat die Überzeugung, dass „der Dialog und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern den richtigen Weg dafür darstellt, eine Entwicklung mit Inklusion zu erreichen“.

„Wir teilen nicht die Meinung jener, die glauben, es müssten mehr Mauern gebaut werden, im Gegenteil, zwischen den Ländern sollten Brücken entstehen“, hob der uruguayische Staats- und Regierungschef hervor, um sogleich hinzuzufügen, dass er auch „die Diskriminierung aus ethnischen oder religiösen Gründen oder wegen sexueller Orientierung“ nicht akzeptiere.

„Wir glauben an den Frieden, an Brüderlichkeit und an die Suche nach friedlichen Lösungen“, betonte er. „Unser Wunsch ist, dass sich die Wege zur Zusammenarbeit öffnen mögen, damit wir zu einer größeren Offenheit und zu besseren internationalen Beziehungen kommen können.“

In einem anderen Teil der Pressekonferenz bemerkte Bundeskanzlerin Merkel, sie habe mit Vázquez „über die Werte gesprochen, die unsere Politik tragen, und Uruguay ist durch sie stark geprägt“.

Sie sagte auch, Vázquez habe „großes Interesse an der bilateralen Zusammenarbeit“.

„Uruguay ist ein Motor im Kampf für Freihandel“, sagte Merkel und sprach von ihrer Hoffnung, man werde ein Freihandelsabkommen zwischen dem Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) und der Europäischen Union erreichen.

„Uruguay ist mit seiner sehr verantwortungsbewussten internationalen Politik beispielgebend“, stellte die deutsche Regierungschefin fest und fügte hinzu, man erziele dort „viele Erfolge im Kampf gegen Armut und für Nachhaltigkeit“.

Sie unterstrich auch, dass der Gini-Koeffizient, der soziale Ungleichheit misst, im Falle Uruguays „der beste in Lateinamerika ist“.

„Man sieht eine gerechte Verteilung des Reichtums unter den Menschen“, hob sie hervor, als Beispiel dafür, dass beide Länder „viele Dinge eint, auf deren Grundlage wir unsere Zusammenarbeit ausbauen können.“ (Quelle: Präsidialamt von Uruguay)