URUGUAY CANNABIS

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URUGUAY STARTET DAS ERSTE CANNABISMUSEUM SÜDAMERIKAS 

Uruguay hat das erste Cannabismuseum Südamerikas eröffnet, in dem sich die Besucher mit der Geschichte und den „enorm vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten“ dieser Pflanze vertraut machen können, sagte der Direktor des neuen Museums, Eduardo Blasina, dieser Nachrichtenagentur.

Das Cannabismuseum Montevideos liegt mitten im Zentrum der uruguayischen Hauptstadt, im Stadtteil Palermo, der Hochburg des Candombe-Rhythmus, und es wird das Land in einen illustren Kreis anderer Oste katapultieren, „zu denen auch Amsterdam, das spanische Barcelona und das amerikanische Kalifornien gehören“, wie eine von der neuen Institution verbreitete Schrift ankündigt.

Die Idee entstand laut Blasina im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Gesetzes über die Legalisierung des Verkaufs und der Produktion von Marihuana im Dezember 2013, während der Regierungszeit des damaligen uruguayischen Staatspräsidenten José Mujica (2010 – 2015).

Der Museumsdirektor wies darauf hin, dass Cannabis „eine Pflanze mit sehr vielen Nutzanwendungen“ sei, sich aber „die Diskussion immer nur um eine seiner Eigenschaften“ drehe.

Darum sei es gut, wenn der Besucher „erfährt, dass Cannabis seit Jahrtausenden angebaut wird“ und „eine riesige Vielfalt von Anwendungen“ ermöglicht.

Blasina, übrigens auch Gesellschafter einer der Firmen, denen das Recht auf Marihuana-Erzeugung zugesprochen worden ist, erläuterte, mit dem Museum wolle man unter anderem erreichen, dass „die Cannabis-Pflanze im Rahmen einer Wiederbegegnung mit der Natur“ aufgefasst wird.

„Cannabis hat viele faszinierende Eigenschaften“, versicherte der Uruguayer, und erklärte, welche Bedeutung die Pflanze durch die Geschichte hindurch gehabt hat.

Zugleich sprach er die Möglichkeit an, dass das Museum auch einen auf Cannabis ausgerichteten Tourismus fördern und somit auch zur Ankunft ausländischer Besucher beitragen könne.

„Wir erwarten, dass das geschieht“, meinte er zu dieser Möglichkeit, und bemerkte, er wolle für „ein multikulturelles Uruguay“ werben, „wo man in einer so konfliktreichen Welt wie der heutigen einen Raum für den Dialog findet, also für einen Ort, an den Menschen aus anderen Kulturen kommen können, denen die Liebe zur Natur gemeinsam ist“.

Der Museumsleiter bezog sich auch auf die Schwierigkeiten, durch die die neuen, Marihuana betreffenden Regelungen in Uruguay hindurchgehen mussten, denn drei Jahre nach der Legalisierung von Produktion und Verkauf müssen diejenigen, die diese Substanz legal kaufen wollen, immer noch warten.

Obwohl das Gesetz vorsieht, dass die Verbraucher, die sich im offiziellen Register eintragen lassen, Zugang zu 10 Gramm Cannabis in der Woche bei einer Höchstgrenze von 40 Gramm im Monat erhalten, haben die uruguayischen Behörden diesen Aspekt des Gesetzes noch nicht in die Praxis umsetzen können.

Hinzu kommt, dass der Präsident von Uruguay, Tabaré Vázquez, vor kurzem gesagt hat, der Verkauf von Marihuana werde nicht vor Jahresende möglich sein.

Blasina findet diese Verzögerung ganz natürlich, denn schließlich sei es „das erste Mal, dass dies in der Welt gemacht wird“.

Er fügte hinzu, „der Vertrieb durch Apotheken“ sei „viel schwieriger und komplizierter“.

Dagegen funktionierten die anderen beiden Aspekte des Gesetzes – der Eigenanbau und die Gründung von Cannabisclubs – „sehr gut“.

„Ich hoffe allerdings, dass – unabhängig davon, wie der politische Prozess in Uruguay verläuft – die zwei Bestandteile, die schon gut funktionieren, nicht wieder abgeschafft werden“, fügte er hinzu.

„Ob jemand nun schon viel weiß über Cannabis oder gar nichts, alle werden irgendeine Erkenntnis mit nach Hause nehmen, die für sie überraschend gewesen ist“, schloss Blasina seine Ausführungen über das von ihm geleitete Museum.

EFE Montevideo 9 dic 2016