SITZUNG DER DEUTSCH – URUGUAYISCHEN FACHARBEITSGRUPPE IN BERLIN

2 GTT en Berlín

Am 10. Oktober 2016 fand im Konferenzsaal des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Berlin die 1. Sitzung der Deutsch–Uruguayischen Facharbeitsgruppe statt, die aufgrund des Gemeinsamen Kommuniqués vom 19. August 2015 gebildet worden war. Dieses Kommuniqué ergänzte das zwischen beiden Landwirtschaftsministerien (MGAP und BMEL) im Januar 2015 vereinbarte Memorandum of Understanding. Damit beginnt eine umfassende Arbeit auf diesem für die Beziehungen zwischen beiden Ländern grundlegenden Gebiet.

Ministerialdirigent Friedrich Wacker, Leiter der Unterabteilung für Internationale Zusammenarbeit und Welternährung, betonte das mittlerweile – seit 2012 – erreichte hohe Niveau dieser einzigartigen Beziehung, die in einem besonderen Moment weltweiter Veränderungen große Bedeutung erlangt. Solche Veränderungen verzeichnen wir nicht nur bei den neuen Produktionsweisen, sondern auch bei den großen Herausforderungen, die aus dem sich ändernden Szenario bei internationalen Verhandlungen erwachsen.

Die uruguayische Delegation stellte ihrerseits fest, dass unser Land sich in einer Phase großer Herausforderungen auf dem Gebiet der Integration in die Weltmärkte befindet, wobei es entschlossen ist, einen besseren Zugang zu diesen Märkten zu erlangen. Dabei ist es durchaus gelungen, die Zahl der Länder, welche das uruguayische Exportangebot zu schätzen wissen, zu erhöhen; dennoch ist es erforderlich, besondere Zugangsbedingungen anzustreben. Mit Blick auf Deutschland wurde hervorgehoben, dass dieses Land die Produktionsmethoden und die Entwicklung Uruguays in Richtung auf eine Grüne Wirtschaft besonders zu würdigen weiß, denn diese Entwicklung gestattet die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen verschiedenen Faktoren und bestätigt damit seinen Status als Land mit intelligenter Landwirtschaft. In Uruguay sei man sich der Neuausrichtung, die sich in der Weltwirtschaft andeutet, vollauf bewusst.

Die Themen dieser ersten Sitzung beinhalteten eine allgemeine Beschreibung der Zusammenarbeit mit Uruguay in den Bereichen der Forstwirtschaft und der Bioökonomie. Dr. Michael Krause-Besan von der GfA stellte hierbei das BMEL-Programm „Internationale Nachhaltige Waldbewirtschaftung“ vor. Dabei ist festzustellen, dass die uruguayische Seite ihre Finanzierungszusagen noch nicht voll erfüllt hat, aber im Wesentlichen wurde eine der Studien 2015 beendet und eine andere, die sich speziell auf eine verbesserte Behandlung von Risiken, auf Brandgefahren und das Management des Produktionsumfeldes bezieht, wird noch bis 2018 fortgesetzt.

Prof. Dr. Georg Backhaus bezog sich auf die Zusammenarbeit zwischen dem Julius-Kühn-Institut (JKI) und dem INIA bei der Forschung zu Nutzpflanzen, biologischer Sicherheit und nachhaltigem Pflanzenbau. Auf diesem Gebiet müssen die Fachleute im Laufe dieser Woche noch die nötigen Festlegungen erarbeiten, und sobald hier ein „Fahrplan“ vorliegt, wird die Botschaft darüber informieren. Bekanntlich ist bereits seit 2013 ein Abkommen zwischen dem JKI und dem INIA in Kraft.

Hinsichtlich der Zusammenarbeit im Bereich der Risikobewertung und der Lebensmittelsicherheit hob Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), den inzwischen erreichten intensiven Austausch hervor, in dessen Verlauf bereits ein halbes Dutzend uruguayischer Fachleute an Aus- oder Weiterbildungsprogrammen dieser angesehenen deutschen Institution teilgenommen haben. Auf diesem Gebiet und bei der Weiterbildung besteht ein aktiver Austausch, der bereits zu drei Besuchen von Prof. Hensel in Uruguay geführt hat.

Dr. Tilman Schachtsiek, Referent des Referats 525, „Bioökonomie, Stoffliche Biomassenutzung“, der im November Uruguay besuchen wird, äußerte sich zu Einzelheiten einer möglichen Zusammenarbeit mit unserem Land, über die man ein nationales Programm auf diesem Gebiet erarbeiten könnte.

Frau Tanja Thiele vom Referat 321 des BMEL, „Tierschutz“, unterstrich die Notwendigkeit, eine Regelung für die Zusammenarbeit im Bereich des Tierschutzes und der Viehhaltung zu schaffen.

Das uruguayische Ministerium für Viehzucht, Landwirtschaft und Fischfang (MGAP) hatte die Pharmazeutische Chemikerin Mariela Mauro, Leiterin der Abteilung für Lebensmittelsicherheit des MGAP sowie Herrn Dr. Roberto Scoz vom Agrarforschungsinstitut INIA als Delegierte bestimmt, mit der Aufgabe, die Realisierung der von Minister Aguerre und seinem deutschen Amtskollegen Dr. Christian Schmidt unterzeichnete Absichtserklärung voranzubringen. Der Botschafter von Uruguay in Deutschland und ein weiterer Mitarbeiter der Botschaft vervollständigten die uruguayische Abordnung bei diesem ersten Treffen.

Beide Ministerien müssen sich nun miteinander abstimmen, damit die zweite Sitzung im Dezember 2017 in Uruguay stattfinden kann.