DEUTSCHLANDBESUCH DES OBERBÜRGERMEISTERS VON MONTEVIDEO, HERRN DANIEL MARTÍNEZ

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Diese Reise des Oberbürgermeisters der bedeutendsten Stadt Uruguays ist von großer strategischer Bedeutung, und das in ihr liegende Potential kann als umso höher eingeschätzt werden, als der Besuch bereits kurz nach der Amtsübernahme zu Beginn des entsprechenden Fünfjahreszeitraums stattfindet. Die Reise führt ihn durch die Städte Stuttgart, Hamburg und Berlin, die sich allesamt durch herausragende Merkmale im Bereich der städtischen Entwicklung und bei innovativen Lösungen auszeichnen.

Dabei bewegen sie sich im Rahmen des gemeinsamen Konzepts der „Smart Cities“ und der nachhaltigen Entwicklung. Dieses Ziel hat sich der Oberbürgermeister im Projekt „Montevideo 2030“ gesetzt und wird es bei seiner Aufgabe, die Lebensqualität der Stadtbewohner optimal zu steigern, als Leitlinie verfolgen.

Uruguay und Deutschland befinden sich in einer Phase besonderer gegenseitiger Annäherung. Die Aussicht, nun auch den kommunalen Bereich in die bilateralen Beziehungen aufnehmen zu können, ist vielversprechend. Die Anwesenheit des Oberbürgermeisters, Herrn Ing. Daniel Martínez, wird den Wunsch stärken, praktische Verbindungen zu anderen großen Städten mit ähnlichen Problemen aufzunehmen.

Deutschland hat die Herausforderung, Marktführer und wichtiger Lieferant auf dem Gebiet der Elektromobilität zu werden, zielbewusst angenommen mit der Absicht, dieses Ziel bis 2020 zu erreichen. Dies setzt überraschende Synergien und Chancen frei, deren Auswirkungen sich in der gesamten Wertschöpfungskette bemerkbar machen. Transparenz, logistische Infrastruktur, hochqualifizierte Arbeitskräfte und eine Politik, die ausländischen Investitionen positiv gegenüber steht, haben dazu geführt, dass man diesem Land den Titel des einzigen „Global Players“ in Europa zugeschrieben hat. Deutschland wird als ein Staat der Oberliga wahrgenommen, der einen Vorsprung auf dem Gebiet der Innovation hat und Erzeugnisse mit ausgezeichneten Eigenschaften hervorbringt. Seine Unternehmer glauben, dass diese Tendenz einer Stärkung der deutschen Führungsrolle in den nächsten Jahren noch zunehmen wird.

STUTTGART

Jede der zu besuchenden Städte hat ihre eigene Bedeutung im Rahmen der deutschen Wirtschaft. Stuttgart ist Hauptstadt des Bundeslandes Baden-Württemberg und Sitz von Spitzenunternehmen wie der Daimler AG. Es hat ganz besondere Fähigkeiten darin entwickelt, neue Formen der Innovation und Erfahrung auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit von Städten anzuwenden.

HAMBURG

Es war in Hamburg, wo im Jahre 1856 die Beziehungen zwischen den Häfen ihren Ausgang nahmen und wo Montevideo zum Endpunkt einer Überseeroute von großer Bedeutung für Europa wurde. Die politischen Beziehungen zwischen beiden Städten sind ausgezeichnet. 2013 besuchte der Erste Bürgermeister Olaf Scholz Uruguay und erwiderte so den vorangegangenen Besuch des damaligen uruguayischen Staatspräsidenten Mujica. Während seiner ersten Regierungszeit kam auch der gegenwärtige Präsident Uruguays, Dr. Tabaré Vázquez, im Oktober 2005 nach Hamburg und würdigte die besondere Offenheit der Stadt gegenüber Lateinamerika. Der Hamburger Hafen ist das wichtigste Eingangstor für uruguayische Exporte nach Deutschland.

BERLIN

Die gesamte Reise findet ihren Höhepunkt im Berlin-Besuch, denn noch nie zuvor war ein uruguayischer Bürgermeister in dieser lange Zeit geteilten Stadt, die 2015 den 25. Jahrestag ihrer Wiedervereinigung feiert – während übrigens gleichzeitig in Uruguay der 30. Jahrestag der Rückkehr zur Demokratie begangen wird. In diesem Vierteljahrhundert sind die einst getrennten Stadtteile wieder zusammengewachsen; das aufgrund des vom Faschismus begonnenen Krieges, der mit der Kapitulation endete, durch Bomben praktisch zerstörte Berlin ist als wichtigste Stadt des Landes wiedererstanden. Es festigt seine zentrale Stellung in Europa mit Innovationen, der Anwendung intelligenter Lösungen und mit einer entschiedenen Hinwendung zum Umweltschutz durch zunehmende Nutzung von Elektromobilität und anderen Neuerungen im Verkehrswesen.

Für Uruguay ist Deutschland der wichtigste Handelspartner in der Europäischen Union und ein besonderer strategischer Partner in verschiedenen Bereichen der Politik, die auf die Entwicklung des Landes abzielen. Hierbei hat sich aufgrund des überraschenden und umfassenden Fortschritts unseres Landes auf Gebieten wie dem der erneuerbaren Energien und der Lebensmittelsicherheit eine einzigartige Dynamik entfaltet. Deutschland übermittelt uns erfolgreiche Erfahrungen auf dem Gebiet der Bildung (Duales System) und liefert modernste Ausrüstungen für das Transportwesen, die Agrarindustrie, den Schutz der Naturwälder, den Kampf gegen den Klimawandel, die Biosicherheit und die weitere Annäherung an eine grüne Wirtschaft. Deutschland gehört zu den wichtigsten Käufern von Fleisch, Leder, Zellstoff und Soja aus Uruguay. Dennoch gibt es weiterhin Gebiete, auf denen der Marktzugang verbessert werden müsste. Dies hätte über besondere Bedingungen zu geschehen, die im Rahmen des schon seit langer Zeit angestrebten Freihandelsabkommens zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union festzulegen wären.

Die historisch-kulturelle Verbindung zu Deutschland nahm ihren Anfang im Jahr 1856, wenige Jahrzehnte nach Erlangung unserer Unabhängigkeit, als ein Handelsabkommen zwischen Montevideo und Hamburg geschlossen wurde. 2016 feiern wir den 160. Jahrestag dieses Ereignisses. Die erste Welle deutscher Einwanderer nach Uruguay gründete die erste deutsche Schule Südamerikas, und es waren Deutsche, die einen großen Beitrag zur Entwicklung der Pflanzengenetik (Albrecht Börger) und zur Produktion von Corned Beef und Fleischextrakt (auf der Grundlage der Arbeiten von Dr. Justus Liebig) leisteten. Sogar die Schaffung der Fakultäten für Chemie und für Agrarwissenschaften geht auf den Deutschen Backhaus zurück. Natürlich mussten sich, infolge der Ereignisse, unsere Beziehungen im 20. Jahrhundert den Realitäten anpassen. In jenen stürmischen Zeiten hat Uruguay nie aufgehört, an seinem Respekt für den Multilateralismus und die Geltung des Völkerrechts festzuhalten. Es ist wichtig, die Verbindlichkeit von Prinzipien zu unterstreichen, die in unserer Zeit weiterhin uneingeschränkt gültig bleiben. Dies gilt insbesondere für die Menschenrechte, bei deren Rat in Genf Deutschland zurzeit den Vorsitz innehat.