FRAY BENTOS IN DIE UNESCO-LISTE DES WELTKULTURERBES VERHANDELT

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In Bonn wird über die Aufnahme der Kulturlandschaft von Fray Bentos in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes verhandelt

Deutschland ist Gastgeber der Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees, das vom 28. Juni bis zum 08. Juli 2015 in Bonn tagen wird. Während dieser Tagung geht es auch um den Antrag Uruguays, die Kultur- und Industrielandschaft von Fray Bentos, auch bekannt unter dem Namen eines „Museums der Industriellen Revolution“, in die Welterbeliste aufzunehmen.

Für Uruguay sind die Tage vom 3. zum 5. Juli von besonderer Bedeutung, denn während dieser Zeit wird über die Anträge Jamaicas, Mexikos und Uruguays entschieden.

Die Organisatoren der Tagung haben die Botschaft Uruguays in Deutschland darüber unterrichtet, dass die Anträge ab Freitag dem 3. Juli besprochen werden, wobei man sich zunächst den Naturerbestätten, dann den Kombinationen aus Natur- und Kulturerbe und schließlich den Kulturerbestätten zuwenden wird. Letztere sind in alphabetischer Reihenfolge abzuhandeln; daher wird die Kandidatur Uruguays wahrscheinlich erst gegen Ende dieses Zeitraums an der Reihe sein.

Zur Delegation Uruguays bei dieser 39. Sitzung des Welterbekomitees gehören auch die Ständige Vertretung Uruguays bei der UNESCO in Paris, die aus angesehenen Architekten bestehende Nationalkommission, die Generaldirektion für kulturelle Angelegenheiten und die Botschaft von Uruguay in Deutschland.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) arbeitet mit Ländern auf der ganzen Welt zusammen, um Orte zu identifizieren und zu schützen, die es aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung oder ihrer Natur verdienen, als Teil des gemeinsamen Erbes der Menschheit anerkannt zu werden. Das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt wurde von der UNESCO 1972 angenommen. Seit jener Zeit haben 191 Länder den Vertrag ratifiziert. Gegenwärtig umfasst die UNESCO-Liste des Welterbes 1007 Denkmäler, von denen 779 als Kulturdenkmäler und 197 als Naturerbestätten gelistet sind; weitere 31 Denkmäler werden sowohl als Kultur- als auch als Naturerbe geführt. Seit 2005 ist die Stadt Colonia del Sacramento Uruguays einzige Kulturerbestätte auf der Liste und im Jahre 2009 konnte das Land auch den Tango (zusammen mit Argentinien) und den Candombe als immaterielles Kulturerbe registrieren lassen.

Die Länder, die in die Liste des Welterbes der ganzen Menschheit aufgenommen werden, verpflichten sich, über entsprechende Programme den Bekanntheitsgrad der betreffenden Stätten zu fördern, wodurch diese automatisch an ein internationales Netzwerk zur Förderung ihrer Bekanntheit angeschlossen werden; dies würde bedeutende Perspektiven für die Zukunft von Fray Bentos eröffnen.