KLIMAWANDEL

ALMAGRO

Am Dienstag, dem 23. September, fand in New York der Klimagipfel der Vereinten Nationen statt, an dem zahlreiche Staatschefs und andere führende Politiker aus der ganzen Welt teilnahmen.

Der uruguayische Außenminister Luis Almagro sagte während des Gipfels, der Klimawandel sei schon lange keine wissenschaftliches oder technisches Problem mehr, sondern vor allem Ausdruck einer politischen Krise.

Wörtlich sagt er: „Es ist eine Krise, in der man fortfährt, längst veraltete und ungerechte Formen des Wirtschaftswachstums zu bevorzugen, die auf Modellen für Konsum und Produktion der Überflussgesellschaft beruhen; diese Modelle stützen sich auf den Individualismus und einen gnadenlosen Wettbewerb, beide spitzen die auf unserem Planeten existierenden Ungleichheiten auch noch weiter zu. Es ist eine politische Krise, wenn man sich heute weigert, die zur Verringerung der Treibhausgasemissionen notwendigen Entscheidungen zu fällen und die finanziellen und technischen Mittel bereitzustellen, die erforderlich wären, um das Problem des Klimawandels global anzugehen."

Zur Rolle Lateinamerikas und der Karibik beim Kampf gegen den Klimawandel hob der Außenminister hervor, sie beruhe auf gemeinsamen Interessen und auf einer Kultur, die die regionale Vielfalt respektiert, aber doch auch die gemeinsamen Elemente zu stärken sucht, sie gründe in einer gemeinsamen Vergangenheit und Zukunft und bleibe stets mit dem Kampf gegen Armut und Ungleichheit verknüpft. Er unterstrich, die Region werde die Überwindung des gegenwärtigen Mangels an Fortschritten bei vielen verschiedenen internationalen Verhandlungen unterstützen, damit weltweit gültige Vereinbarungen erreicht werden können.

Im Einklang mit dem politischen Engagement unseres Landes hob Außenminister Almagro die bevorstehende Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Lima als einen Raum für konkrete Ergebnisse und Fortschritte hervor und unterstrich dabei einmal mehr seine völlige Unterstützung für den peruanischen Konferenzvorsitz.

Luis Almagro sagte, im Zentrum alles politischen Handelns der uruguayischen Regierung stünden stets die Menschen, dies „ist der Fall im Kampf gegen Armut, für Integration und gegen Ungleichheit, und das ist auch unsere Richtschnur bei den Maßnahmen gegen den Klimawandel, nämlich an erster Stelle an die von sozialen Risiken am ehesten und stärksten betroffenen Personen zu denken."

In diesem Zusammenhang sprach er das Nationale Umsiedlungsprogramm an und bezeichnete es als vorbildlich, denn es vereine eine übergreifende Sichtweise mit dem Schwerpunkt der sozialen Integration; das Programm mache es möglich, dass Familien in besonders prekärer Lage, die in Überschwemmungsgebieten oder umweltbelasteten Arealen leben, in Wohnungen von besserer Qualität und in sicherer Lage umziehen können.

Der Außenminister Uruguays beendete seine Rede, indem er die Worte des Staatspräsidenten Mujica in Rio+20 in Erinnerung rief: „Die Entwicklung muss dem Glück der Menschen dienen, sie muss die Liebe und die zwischenmenschlichen Beziehungen in unserer Welt fördern, sie muss das Aufziehen und Umsorgen der Kinder leichter machen, dafür Sorge tragen, dass man Freundschaften hat und einem das Grundlegendste nicht fehlt. Wenn wir für die Umwelt kämpfen, dann dürfen wir nicht vergessen, dass: das erste Element der Umwelt im Glück der Menschen besteht".