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utec2014Erster Standort der Technologischen Universität in Fray Bentos. Mit dem von den Architekten Virginia Ruiz Mirazo, Alejandro Dibarboure, Ingrid Grauert und Inés Llorente eingereichten Entwurf nimmt die Technologische Universität Uruguays (UTEC) die Realisierung ihres ersten Technologischen Regionalinstituts in Angriff. Dieses Institut wird auf dem Gelände des früheren Fleischverarbeitungsbetriebs Anglo in Fray Bentos am Uruguay - Fluss entstehen. Derartige Zentren sollen jungen Menschen Zugang,

zu Bildungsinstitutionen mit Hochschulniveau an ihren eigenen Herkunfts- oder Wohnorten bieten, erklärte Minister Ricardo Ehrlich.

Die vier Architekten sind als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen, zu dem insgesamt 41 Arbeiten eingereicht worden waren. Sie müssen jetzt in einem Zeitraum von drei Monaten die Ausführungsplanung für die Umgestaltung der früheren Fleischverarbeitungsfabrik Anglo in der Hauptstadt des Bezirks Río Negro erstellen und dann, den Neubau des Gebäudes leiten, das – wie jetzt angekündigt – Mitte 2015 fertiggestellt sein soll.

Mit der Schaffung der regionalen Zentren reagiert man auf eine der großen Herausforderungen der Universitäts- und Hochschulbildung, nämlich auf die Ungleichheit in der Versorgung verschiedener Landesteile mit derartigen Bildungseinrichtungen, sagte Ehrlich, Minister für Bildung und Kultur, bei der offiziellen Übergabe des Preises für den Öffentlichen Wettbewerb der Bauvorentwürfe für das Gebäude der UTEC in Fray Bentos.

Die UTEC hatte den Wettbewerb, der am 3. Juli 2014 entschieden wurde, mit Unterstützung der Bezirksverwaltung von Río Negro und dem Uruguayischen Architektenverband veranstaltet.

An der Feier am 8. Juli nahmen, neben Ehrlich, noch weitere Persönlichkeiten teil, nämlich der Bürgermeister von Río Negro, Omar Lafluf, der Rektor der Universität der Republik (Udelar), Rodrigo Arocena, der Dekan der Fakultät für Architektur, Gustavo Scheps, die Vorstandsmitglieder der UTEC, Rodolfo Silveira und Pablo Chilibroste, und die Vorsitzende des Architektenverbandes, Eneida de León.

Nach Ehrlichs Worten trägt ein umfassendes Unterrichtsangebot dazu bei, dass die Menschen in ihrer eigenen Region leben können; daher müsse man in Uruguay Unterricht auf hohem Niveau möglich machen, denn die damit geschaffenen Rahmenbedingungen erlaubten es jedem Einzelnen, langfristig an seinem Geburts- oder Wohnort zu bleiben.

Rektor Arocena verwies seinerseits auf das Nationale System der öffentlichen Bildung im Hochschulbereich, zu dem das Ministerium für Bildung und Kultur, die Nationale Verwaltung der öffentlichen Bildung, die UTEC und die Udelar gehören, und betonte, die von diesem System geleistete gemeinsame Arbeit rechtfertige die Erwartung, dass die Universitäts- und Hochschulbildung in naher Zukunft im ganzen Land zugänglich sein werde.

Chilibroste zeichnete zunächst den schwierigen Weg zur Schaffung der UTEC nach, der mit der Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes im Dezember 2012 begonnen hatte, und führte aus, dass die Lehrveranstaltungen zu dem mit einem Staatsexamen endenden Studiengang in Milchwirtschaft in Colonia bereits begonnen hätten und dass man in Kürze in Paysandú ein Studium der Lebensmittelanalyse werde aufnehmen können. Weitere Studiengänge in Mechatronik und in erneuerbaren Energien befänden sich in Vorbereitung.

Er teilte außerdem mit, dass mit der „Universität der Arbeit" (UTU) vereinbart worden sei, ab nächstem Jahr eine Ausbildung zu einem Fachmann für Milchproduktion einzurichten; der entsprechende Unterricht werde in der Milchwirtschaftsschule von Nueva Helvecia im Bezirk Colonia erteilt.

Die Initiative zur Schaffung der UTEC sei von Staatspräsident "José Mujica" selbst ausgegangen, erklärte Silveira, nachdem er den großen Fortschritt hervorgehoben hatte, den diese Institution in der doch noch kurzen Zeit ihres Bestehens bereits verzeichnen kann.
Bürgermeister Lafluf unterstrich, wie wichtig es für die Bevölkerung hauptstadtferner Regionen sei, über einen Zugang zu Bildungseinrichtungen des Hochschulniveaus zu verfügen. Auf dem Gelände der Anglo, wo das erste Regionalzentrum der UTEC entstehen soll, sei bereits eine Schule der UTU in Betrieb, in der die Studierenden in Umweltfragen ausgebildet werden.

Was ist die UTEC ?

Die UTEC wurde auf Initiative der Regierung durch das Gesetz Nr. 19.043 vom 28. Dezember 2012 gegründet. Es handelt sich um eine autonome Bildungseinrichtung mit einem Zentralen Vorstand, der geleitet wird von einem Rektor; Mitglieder sind die Technologischen Regionalinstitute (ITR).

Die Aufgabe der UTEC besteht in der Vermittlung von Bildung auf Hochschul- und Universitätsniveau in den verschiedenen Gebieten des Wissens, der Forschung, der Innovation und der Dienstleistungen im gesellschaftlichen Bereich.

Mit dieser neuen Einrichtung ist die Zielsetzung verbunden, Menschen außerhalb der Hauptstadt einen Zugang zur Bildung zu eröffnen sowie zusammen mit anderen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen Lehrpläne für Bildung im Hochschul- und Universitätsbereich zu entwickeln. Auf diese Weise möchte man kreative Experten mit viel Initiative von hohem ethischem und technischem Niveau heranbilden.

Ihrer Struktur nach wird die UTEC aus Technologischen Regionalinstituten bestehen, die vom Zentralen Vorstand eingerichtet werden und von denen jedes sich auf ein bestimmtes Produktionsgebiet spezialisieren wird, was sie aber nicht daran hindern soll, gleichzeitig auch andere Studiengänge auf Hochschul- und Universitätsniveau anzubieten.

Schließlich sei noch hinzugefügt, dass schon verschiedene deutsche Institutionen bereit sind, bei diesem in einigen Aspekten einzigartigen Vorhaben mitzuarbeiten.