TECHNIK UND INNOVATION

antel-300x210Der erste uruguayische Satellit „Antelsat" in der Umlaufbahn. Im Rahmen eines gemeinsam von der staatlichen uruguayischen. Antel und der Fakultät für Ingenieurwesen der Universität der Republik in Uruguay durchgeführten Projekts wurde am 19. Juni der „Antelsat" von der russischen Abschussbasis aus in seine endgültige Umlaufbahn transportiert. Dieser Vorgang ermöglicht die Entwicklung neuer technischer Fähigkeiten, die sowohl der heimischen Industrie wie auch der uruguayischen Gesellschaft insgesamt großen Nutzen bringen werden.

Nach Angaben der Administración Nacional de Telecomunicaciones (Antel) beinhalteten die letzten Phasen vor dem Start verschiedene Tests sowie die Integration mit dem UniSat-6, die in Rom und im russischen Weltraumbahnhof realisiert wurde. Am Samstag, dem 7. Juni, war der Satellit an Bord der Trägerrakete Dnepr gebracht worden.

Dieses Projekt umfasst die Entwicklung und Optimierung jedes einzelnen der Module und Bestandteile des ersten je in eine Umlaufbahn gebrachten uruguayischen Satelliten (Struktur, Energie-, Kommunikations- und Steuerungssysteme, wissenschaftliche Nutzlast, Abschuss und Betrieb) und die Errichtung einer Bodenstation.

"Für den Weltraum geeignete Technik"

Vor einigen Monaten wurde in der Polytechnischen Universität von Kalifornien (Cal Poly) eine Reihe anspruchsvoller Tests durchgeführt, mit denen der Nachweis gelang, dass die Konstruktion des Antelsat alle Anforderungen für einen Start in den Weltraum erfüllte.

Der Satellit wurde am 30. April 2013 im kalifornischen San Luis an die Cal Poly übergeben. Um zu dieser letzten Testphase zugelassen zu werden, musste er zuvor bei Antel und der Fakultät für Ingenieurwesen der Universität der Republik eine Reihe vorausgehender Untersuchungen durchlaufen.

Nach Fertigstellung des Antelsat wurden im Februar 2014 verschiedene Phasen der Flugzertifizierung durchgeführt, darunter Funktionstests, Erprobungen im Vakuum und Überprüfung von Maßen und Gewichten. Sie fanden in Gegenwart zweier Ingenieure und Mechanikspezialisten der Cal Poly statt, die nach Montevideo gekommen waren, um Unterstützung zu leisten und das Ergebnis zu zertifizieren.

Die Arbeiten zur Erprobung dauerten mehrere Wochen. Neun Mitglieder des Technikteams von Antel und der Fakultät für Ingenieurwesen waren daran beteiligt, den Satelliten für die Tests vorzubereiten, diese durchzuführen und ihn anschließend zu untersuchen.

"Die Tests in Kalifornien"

Zehn zu den Teams von Antel und der Fakultät für Ingenieurwesen gehörenden Techniker reisten zur Polytechnischen Universität von Kalifornien. Im Laboratorium für mechanische Versuche der Cal Poly wurden neue Funktionstests durchgeführt, aus denen hervorging, dass der Satellit den Transport ohne Beeinträchtigungen überstanden hatte.

Die Expertenteams der Cal Poly, der Ingenieurfakultät und von Antel unterzogen den AntelSat verschiedenen Vibrationstests (shaking), um den Nachweis zu führen, dass er in der Lage sei, die Vibrationen während des Abschusses zu überstehen.

Die Tests ergaben, dass der Satellit keine Mängel aufwies und in die Umlaufbahn geschossen werden konnte.

Der P-POD wurde mit einem italienischen Hauptsatelliten verbunden, dem Unisat-6. Sobald Antelsat sich im P-POD befand, war er nur noch über einen Servicestecker erreichbar.

Mitte Mai wurde der Satellit nach Rom gesandt, wo die Integration von P-POD und dem Unisat-6 sowie die entsprechenden Tests zur Feststellung des einwandfreien Funktionierens stattfanden. Von diesem Augenblick an hing alles nur noch vom Programm der Abschussbasis ab.